Wladimir Lissin (1956- )
Lissin gehört zu den wenigen "Proletariern" unter den heutigen Oligarchen. Er startete 1975 als einfacher Arbeiter in einer Kohlemine, wechselte dann in eine Stahlfabrik, studierte nebenbei und stieg durch seine außergewöhnlichen Stahlkenntnisse zum Vizedirektor eines der grössten Stahlunternehmen der Sowjetunion auf. Er ist Autor zahlreicher Fachbücher und hält 49 Patente und Zertifikate.
Die Aluminium-Connection
Protegiert wurde Lissin durch den Generaldirektor der Karaganda Metallwerke, Oleg Soskowets, dem er nach Moskau folgte, als dieser zum Minister für Metallurgie ernannt wurde.
1992 stieg er bei der berüchtigten TransWorld-Gruppe der Tschernoi-Brüder ein, die in der ersten Hälte der 90er Jahre grosse Teile der russischen Metallhandels beherrschte, teils mit skrupellosen Methoden. Hauptschwerpunkt von Transworld war die Aluminiumindustrie, die am härtesten umkämpfte Branche der russischen Industrie.
TransWorld engagierte Lissin als obersten Stahl- und Metallexperten der Gruppe und bis 1997 führte er die Fabriken für die in London ansässige Gruppe. Ohne die Expertise von Lissin hätte TransWorld nicht die führende Stellung in Russland erreicht.
Harter Kampf um den Novolipetsk-Stahlkonzern
Lissin fungierte für die TransWorld Gruppe u.a. als Vorsitzender des Sayansk Aluminiumkonzerns und 1998 wechselte er in die Führung des Stahlkonzerns Novolipetsk. Als Lissin sich im Jahre 2000 von der Transworld-Gruppe trennte erhielt er als seinen Anteil die Beteiligung von Transworld an Novolipetsk.
Doch erst nach einem zweijährigen Machtkampf mit dem Oligarchen Potanin konnte Lissin die volle Kontrolle über den Milliardenkonzern Novolipetsk (NISC) erringen. Bei der Privatisierung hatte Potanin einen 15% Anteil für nur 30 Mio $ und später weitere Anteile erworben. Potanin konnte keinen Sitz im Vorstand von Novolipetsk erringen und verkaufte schließlich seine Anteile an Lissin.
Zwischenzeitlich hatte Lissin als Abwehrstrategie Anteile am Norilsk Nickel-Konzern von Potanin erworben. Lissin modernisierte den Novolipetsk-Konzern, der heute in Russland technologisch führend ist.
Partnerschaft mit Abramow
Im Jahre 2002 verbündete Lissin sich mit seinem Stahlkonkurrenten Alexander Abramow (Eurasholding). Sie bildeten die nicht-kommerzielle Partnerschaft "Russian Steel". Es handelt sich nicht um eine echte Fusion, sondern um eine enge Zusammenarbeit im Ein- und Verkauf, die Koordinierung ihrer Strategie und eine gemeinsame Lobby-Arbeit.
Im April 2005 beauftragte Lissin verschiedene Investmentbanken, einen möglichen Börsengang in London zu prüfen. Er wäre nicht der erste Oligarch, der seinen Konzern bzw. seine Vermögenswerte ins "sichere" Ausland transferieren würde.
Mit Erfolg: Ende 2005 verkaufte er beim Börsengang 7% seines 90% Anteils an Novolipetsk, der beim Börsenstart 8,7 Milliarden $ wert war. Als Belohnung kaufte er sich in Schottland mit Aberuchill Castle ein standesgemäßes Quartier.
Klyka ist ein alter Veteran der sowjetischen Metallindustrie, der 1992 zum Generaldirektor der Stoilensky Eisenerz-Minen aufstieg.
2000 verliess er den Metallbereich, um im Agrarbereich seine Promagroholding aufzubauen.
2004 kaufte der Novolipetsk-Konzern die Stoilenksy-Minen auf und Klyka erhielt für seine Anteile Aktien von Novolipetsk